Der klassische deutsche Haushalt

Tür zu! Fenster zu! Licht aus! Jetzt wird Liebe gemacht. Fotografien und Mitschnitte jeglicher Art sind untersagt! Hunde müssen draußen bleiben! Wenn das Kind klopft, wird erwidert, “Mama geht’s gut!”. Nächster Termin ist dem Haushaltskalender zu entnehmen.

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Lafayette’s Laissez-Faire

Die Frau, die mal eine Hure war. An einer Bar. Getroffen. Zusammen
ersoffen, im Alkohol. Ich fand sie elegant, famos, sagte mich von den
Schmerzen los. Verstand ihre Bedenken nicht. Verschwieg mir nichts.
Da wo die Liebe hinschlägt, tut es oft richtig weh. Liebe ist etwas
für Könner. Angsthasen dürfen hassen. Helden aber müssen lieben.
Wir schwebten hinauf in eine stille Ewigkeit. Bruderkuss, überraschend
zarte Hände, Furchen kratzen, in die Wände. Lendenschmerzen. Kerzen
brannten am Mitternachtsaltar. Gruben graben oder Türme
bauen. Es ist egal. Hier mag es so sein. In einem Raum, nichtig und
klein. Jedoch, die Wahl ist keine Qual. Wie viele von uns wollen sie
wirklich akzeptieren. Ohne den Glauben an etwas zu verlieren, ohne
menschliches Öl zu suchen, ohne Zahlen auf Datenträger zu buchen,
ohne Holz zu sammeln an kalten Tagen, ohne das Sehen vor dem Hören
zu wagen. Die Frau die mal ein Mann war. An
einer Bar. Getroffen. Dieser Tage, zusammen hoffen, dass alles besser
wird.

Genickbruch

Alle wollen nur noch tippen. Kurz angerauchte Gedanken,
Zigarettenkippen. Silben kommen stotternd über die Lippen. Zahmer
Scham, heilig zelebrierte Einfältigkeit. Wer ist der Worte wahrlich
noch mächtig? Neben dem Ursprung allen Seins liegt der Ursprung
allen Scheins.

Täglich eine Stunde lecke ich meine Wunde und suche ich nach dem
Orte, an dem ich Worte horte. Sortiere wie im zoologischen Garten
nach Art, nach Gattung, nach Geschlecht. Wem’s nicht gefällt, mir
ist das sehr recht.

Sagenhafte Lyrik spüre ich in den Fingerspitzen, hasse aber Spritzen.
Will sie extrahieren, würde jedoch das Bewusstsein verlieren. Ziehe
daher die musische Milch aus den Zitzen meines Pfaus. Ich muss
nachdenken, bevor ich schreibe! Du nicht auch?

Heute ist es doch so. Computer an, Kopf aus. Ständig ist der Akku
leer, dein Kopf wird schwer. Leere Sätze, bestehend aus leeren
Worten für gelehrsame Menschen, die in leeren Räumen ihren kleinen
Wünschen nachschwelgen, wobei ihre Köpfe welken. Druckschrift
bringt meinen Kopf zum Platzen! Viel zu langsam, ähnlich Bärentatzen,
im Morast. Da steckt kein Fluss drin, nur abgestandenes Wasser. Sicherlich, aller Anfang ist
schwer tot zu kriegen. Ständig. Es war einmal ein Neuanfang, der
tüchtig in die Hose ging wie ein Mann der an einem Baume hing. Das
Genick haben sie ihm gebrochen, vorher noch sorgsam ein Geständnis
erstochen. Mundraub und Wortklau. Teufel noch eins. Schreiben ist nicht nur Aderlass für’s Oberstübchen, es formt auch unseren Geist, so lange in uns Güte kreist.

-SN

Wind vor Glut

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Diplomhuren und bezugsfertig demolierte Häuser

Trauter Schein Glück allein der Maulwurf im Hinterhof hat sein Zelt
Dicke Frauen bestimmen das Geschick dieser Welt
Zaster, Moneten, Tapeten, Einwegliebelei
Kröten die Flöten tragen wagen es nicht zu sagen, dass
Wachsmalstifte gut schmecken
Wir alle sollten auf und ab an Straßenlaternen lecken
Hand auf den Tisch und Wasser ins Herz
Die Glut wird nicht ewig unter dem Vordach der Eifersucht brennen
I respektiere Vaginas
Frigmund Seud verzagt mir das
Aber man hört so Einiges, wenn man in einem Schweineschädel Parasit
spielt

-SN