Man hat auch mal schlechte Nächte

Haie mit Taschenlampen verfolgen mich des nachts. Sie wollen mir
gebrauchte Zahnstocher andrehen. So ein Scheiß. Jedes Mal warte ich
darauf gerettet zu werden, kann mich aber nicht davor retten, lange
warten zu müssen. Zu lange dauert es bis die Delfine aus der
Nachbarschaft da sind. Die haben nie Zeit, diese verdammten,
kettenrauchenden Delfine. Fahren nur noch ihre schicken BMWs durch
die Kante. Nur noch auf’s Geld aus. Nur noch Importsardinen. Nur noch
U2. Wenn man dem Buschfunk trauen kann, gehört ihnen bald das ganze
Viertel, alles wolln’se aufkaufen, mit ihrem Geld, das sie sich in
ihren Delfin-als-Beifang-Rechtsfällen erstritten haben. Die
Thunfische haben das Nichts bekommen. Na ja, in der Gerüchteküche wird
immer heiß gekocht, aber am Ende kalt serviert. Surimi. Letzlich sind mir
die Haie doch lieber. Wenn ich mich jetzt schwarz ärgere, sehen sie
mich vielleicht nicht mehr. Andererseits sollte ich mir nicht immer
alles so zu Herzen nehmen. So ein Hai ist doch auch nur ein Fisch, oder war es ein Mensch.
Scharfe Zähne, Messer in der Tasche, Flosse auf dem Rücken. Die
wollen auch nur was Essen. Einen Arm könnte ich sicher spenden.

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Lafayette’s Laissez-Faire

Die Frau, die mal eine Hure war. An einer Bar. Getroffen. Zusammen
ersoffen, im Alkohol. Ich fand sie elegant, famos, sagte mich von den
Schmerzen los. Verstand ihre Bedenken nicht. Verschwieg mir nichts.
Da wo die Liebe hinschlägt, tut es oft richtig weh. Liebe ist etwas
für Könner. Angsthasen dürfen hassen. Helden aber müssen lieben.
Wir schwebten hinauf in eine stille Ewigkeit. Bruderkuss, überraschend
zarte Hände, Furchen kratzen, in die Wände. Lendenschmerzen. Kerzen
brannten am Mitternachtsaltar. Gruben graben oder Türme
bauen. Es ist egal. Hier mag es so sein. In einem Raum, nichtig und
klein. Jedoch, die Wahl ist keine Qual. Wie viele von uns wollen sie
wirklich akzeptieren. Ohne den Glauben an etwas zu verlieren, ohne
menschliches Öl zu suchen, ohne Zahlen auf Datenträger zu buchen,
ohne Holz zu sammeln an kalten Tagen, ohne das Sehen vor dem Hören
zu wagen. Die Frau die mal ein Mann war. An
einer Bar. Getroffen. Dieser Tage, zusammen hoffen, dass alles besser
wird.