Das Vorurteil

Das Vorurteil sollte frei von Wahrheit, Nach- sowie Weitsicht und vor
allem guten Absichten sein. Beißend im Geschmack und ätzend im
Abgang eignet es sich sowohl für den fettarschigen, arbeitsscheuen,
stinkenden, unterbelichteten Hartzer, als auch für den
narzisstischen, gefühlskalten, geldgeilen, blutsaugenden
Geschäftsmann. Ein gutes Vorurteil verletzt den Betroffenen sofort,
ohne ihm viel Spielraum für die ja so hochgeschätzte berechtigte
Gegenrede oder gar absolut treffende Argumente zu liefern. Je
potenter das Vorurteil desto lauter der Knall. Das Vorurteil pflanzt
sich im Mundwinkel klebend fort und hinterlässt ein transparentes
Sekret, auch unsichtbarer Zucker genannt. Die größte Stärke des
Vorurteils ist seine universelle Utilisation. Vorurteile helfen uns
unsere Welt zu kategorisieren. Jeder Mensch hat sie, jeder Mensch
braucht sie. Vorurteile sind in Smalltalks ebenso gut zu gebrauchen,
wie als Vorlage für allerlei Schabernack und Witzeleien über
Menschen, die man noch nie gesehen hat. Eine Warnung noch am Ende: Vorurteile verursachen Krebs.

-SN

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s